In diesen Tagen spielen neben der Berücksichtigung von Wind & Wetter immer noch coronabedingte Beschränkungen bei der Törnplanung eine Rolle. Da Dänemark weiterhin „geschlossen“ ist, bleibt uns für den weiteren Weg nur östwärts zu segeln, entlang dem deutschen Ostsee-Küstenstrich. Den Liegeplatz in Laboe hatten wir bis Donnerstag gebucht. Wäre zwar schön gewesen, aber dann hätten wir später fast Windstille gehabt. Also unter Motor fahren? Nee, wenig reizvoll. Windfinder sagte aber für Mittwochabend bis Donnerstagmittag NW-Wind mit 4-5 Bft voraus und danach nachlassenden Wind. Nach kurzer Beratschlagung stand fest: Wir nutzen den Wind und versuchen möglichst weit nach Osten zu kommen. Da passte Warnemünde ideal. Knapp 75sm, d.h. 15 Stunden unterwegs und durch die Nacht segeln.
Vor der Abfahrt haben wir uns noch in der Fischküche gestärkt.
Wir legen am Mittwoch gegen 19 Uhr ab. Wind weht wie angesagt, zudem hängt eine dunkle Wolkenfront am Himmel. Auf gehts. Wir kreuzen die Kieler Förde hoch und legen danach Kurs Fehmarn-Sund-Brücke an. Dieser Weg führt durch ein Schiessgebiet. Am Mittwoch sind dort noch bis nach Mitternacht Schiessübungen. Über Funk wird mitgeteilt, dass trotz der Übung der Kiel-Fehmarnweg befahren werden darf. Super, denn sonst hätten wir einen großen Umweg einplanen müssen. Die Wolkenfront ist durchgezogen, der Wind bleibt und dazu kommt jetzt ein klarer Sternenhimmel und etwas Mond. Somit keine Fahrt in absoluter Dunkelheit.
Das Schiessgebiet ist passiert und die Ansteuerung der Fehmarnbrücke folgt. Da hier nur ein schmales Fahrwasser ausgetonnt ist und zudem nur wenige der Tonnen ein Leuchtsignal senden, ist Konzentration angesagt und der Handscheinwerfer kommt zum Einsatz. Um 1:40 Uhr segeln wir unter der Brücke hindurch und wenig später liegt Kurs Warnemünde an. Es dämmert und die Schifffahrtsroute Lübeck-Gedser ist zu passieren. Hier queren große Fähren und ich habe den Eindruck, da ist mehr los als was wir auf Elbe und NOK erlebt haben. Wir können ohne extra Aktion die Route passieren und somit erreichen wir Warnemünde. Um 8:45 Uhr machen wir in der Marina Hohe Düne fest.
Den Liegeplatz buchen wir erst einmal bis Samstag.
